Samstag, 3. Oktober 2020

Lieber hoch und klein als tief und gross

 


Ganz besonders für VHF/UHF-Antennen gilt: Die Antenne sollte so hoch wie möglich sein und über die Dächer der Umgebung herausragen. Lieber eine kleinere Antenne hoch auf dem Dach, als eine grosse Antenne unten im Garten!

Lange schien mir der Dachgiebel unseres steilen Hausdachs unerreichbar. Alter und fehlende Schwindelfreiheit sind ein No-Go. Nur was ich vom Dachfenster aus erledigen konnte, war möglich.

Wie konnte ich unter diesen Umständen eine VHF/UHF-Antenne auf dem Dachgiebel installieren? Die Randbedingungen: sie sollte unauffällig, sturmfest und natürlich mit dem Blitzableiter verbunden sein. Reparaturen oder gar ein Austausch sollten vom Dachfenster aus machbar sein. 

Ein schier unlösbares Problem, wenn man nicht einen Profi mit der Montage eines Dachträgers und der Montage der Antenne beauftragen will. Selbstverständlich braucht es dazu eine Baubewilligung mit allem drum und dran. 

Und das wollte ich auf keinen Fall. Denn ich experimentiere dauernd mit irgendwelchen Antennen und feste Installationen kommen daher nicht in Frage. Meine Antennen fallen alle unter die Kategorie "Portabel" und müssen deshalb mit einem Handgriff innert fünf Minuten aufgebaut und demontiert werden können. So wie ein Draht, denn man kurz mal in den nächsten Zwetschgenbaum wirft. Ein Freund von mir benutzt für derartige Experimente ausschliesslich Schraubzwingen. Doch in meinem Fall wäre das zu riskant gewesen.

Die Lösung für dieses Experiment war so einfach, dass ich mich fragte, wieso ich nicht schon früher darauf gekommen war:

Vier 15mm Vierkantstangen aus dem Baumarkt, zu einer Länge von 3.5m zusammengesetzt. Ein passender Winkel oben, mit einer Einbaubuchse UHF-N. Am unteren Ende Ebenfalls ein Winkel zur Befestigung auf der Kupferumfassung des Dachfensters. Getarnt mit schwarzem Isolierband und zur Torsionsstabilisierung im oberen Drittel mit einem Querstück versehen. Und fertig war mein Antennen-Support. Koax und Antenne anschrauben (eine 1m lange HR-770HB) und schon konnte ich den Träger vom Dachfenster aus in die Höhe schieben, bis die Antenne auf dem Dachgiebel sass. 

Unten dienten zwei Schrauben einerseits als Blockierung und gleichzeitig als Kontakt zum Blitzableiter. Die Kupferabdeckung des Fensters ist mit dem Blitzschutz des Hauses verbunden.

Das Gewicht der Alustange, die Führung derselben durch die Rinne zwischen Dachfenster und Ziegel, sowie der Querstab zur Torsionsstabilisierung halten die Antenne unverrückbar am Platz und dürften auch einem Sturm standhalten, zumal sich der Support auf der Westseite befindet und vom Wind an das Dach gedrückt wird. Sollten alle Stricke reissen, hängt das ganze Gebilde immer noch am Koax.

Für einen Antennenwechsel oder einen Abbau müssen bloss zwei Schrauben gelöst werden. 

Hat sich der Aufwand gelohnt? Das S-Meter war der Schiedsrichter. Die 2m und 70cm Signale waren im Schnitt etwa 6dB stärker als mit einer NR-22L direkt vor dem Dachfenster, die sogar einige dB mehr an Gewinn bringen sollte.

Das nächste Bild zeigt den Versuchsaufbau. Der auf dem Dach aufliegende Antennenträger ist kaum zu sehen und die schwarze NR-770HB ist recht unauffällig. Unten, vor dem Dachfenster ist die NR-22L zu sehen.



Wie man sieht, können auch kleine Dinge Freude machen 😉  

 

 

1 Kommentar:

  1. Hallo Anton,
    bist du bei mir gewesen und es abgeschaut? :-)
    So habe ich meine Antenne für UKW auch etwas in die Höhe gebracht, allerdings nicht über den First hinaus. Mein Problem: Das halbe Dach ist hier mit Kupfer verwahrt, allerdings ist nirgends irgendein Blitzableiter und die ganzen Bleche sind nicht geerdet! Verwahrungen um die Fenster, das Blech auf den Gauben, Dachrinne, alles hängt potentialfrei am Dach. Da reicht es mir an "Restangst", dass meine Vertikal 3m über das Dach ragt, die bei Nichtbetrieb abgeklemmt wird und auch potentialfrei am Dach steht.

    Meine UKW-Mobilhalterung habe ich an die Trägerprofile geschraubt und diese dann an das Blech um das Dachfenster. Der Halter hat schon die stärksten Stürme überstanden und hält immer noch top!

    Viel Spaß mit der Verbesserung, es macht einfach mehr Laune, wenn die Signale aus dem Rauschen kommen!

    Gruß
    Stefan, DL8SFZ

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