Freitag, 7. August 2020

Konkurrenz für den IC-705

 

Der Icom IC-705 ist eine teure und klobige Kiste. Jetzt scheint er Konkurrenz zu bekommen. 

Natürlich aus China, wie könnte es anders sein. Alle Bänder von 160-10m mit 30 Watt, sowie 2m und 70cm mit 5W. Und das in einem winzigen Kästchen in der Grösse eines FT-817/818.

Natürlich mit Wasserfall und allem Schnickschnack wie es bei einem SDR üblich ist. All das für nur 350 Euro. Da kann man sogar über die Drucktasten anstelle der Knöpfe hinwegsehen.  Hier die technischen Daten zu dieser Wunderkiste.

Ein Hoax? Vielleicht. Doch den Chinesen ist alles zuzutrauen. Es würde mich nicht wundern, wenn die ersten Menschen auf dem Mars Chinesen wären.

   

Danke Ralf für den Tipp!

Samstag, 1. August 2020

Wir haben Geburtstag!



Allen meinen Mit-Eidgenossen ein schönes Fest! Unser Land ist zwar nur klein, aber es ist schön hier zu sein.
Wir müssen ja nicht unbedingt auf den Frequenzen rumyodeln. Es reicht, wenn das die Melanie tut:


Bevor ich mich nun an das Fest unserer Anstalt begebe, um das Feuerwerk zu zünden, hier noch eine interessante Entdeckung, die mir unversehens über den Weg gelaufen ist. Viele Funker sind ja auch SWL's und lauschen gerne ab und zu den Aetherwellen. Von Längst- bis Kurzwelle und darüber hinaus. 
Dazu braucht es natürlich einen passenden Empfänger. Möglichst einer, der auch SSB und CW Signale empfangen kann. Wie zum Beispiel der neue SILPHASE R1:

  

Donnerstag, 30. Juli 2020

Und noch eine Runde





Auch als Anstaltbewohner kann man bei der einen oder anderen Funkerrunde mitzumachen. Man kann dabei den Kontakt zu den normalen Menschen in der Aussenwelt üben und wird dabei resozialisiert. 
Doch was ist eine Runde? 
Zuallererst müssen mehr als zwei mitmachen, sonst ist es ein einfaches Zwiegespräch, in Funkerkreisen QSO genannt. Treffen sich mehr als zwei, ist es eine spontane Runde, treffen sie sich zu einer bestimmten Zeit und folgt das Gespräch einem gewissen Ablauf unter der Leitung eines "Chefs", ist es eine organisierte Runde. Darum soll es in diesem Blog gehen.
Gleich wie diese Runden auch heißen und und auf welchem Band sie sich abspielen, sie laufen alle ungefähr nach dem gleichen Schema ab. Wenn ihr, liebe Leser, noch nie bei einer Runde mitgemacht habt, hier die wichtigsten Informationen über diese geselligen Aethertreffen.

1. Der Chef
Eine Runde hat immer einen Chef. Wo kämen wir hin, wenn jeder einfach losplärren würde. Der Chef sorgt für Ordnung. Er beginnt die Runde penibel genau zur vorgesehenen Zeit. Wehe, er ist drei Sekunden zu spät: schon wird seine zeitliche Kompetenz in Frage gestellt. 
Also nehmen wir mal an, er sei pünktlich. Dann beginnt er mit dem Ruf nach den Teilnehmern. "CQ Runde XY" zum Beispiel. Irrt er nicht in Zeit und Frequenz, Ort und Raum, melden sich in der Regel dann die Teilnehmer.

2. Die Teilnehmer
Eine Runde ohne Teilnehmer ist eine Nullrunde. Sie tritt dann ein, wenn der Ruf des Chefs ungehört verhallt. Doch meistens meldet sich der Erste, kaum hat der Chef seine Mikrofontaste losgelassen. Der erste ist der Early Bird - der frühe Vogel. In der Natur ist es so, dass der frühe Vogel den Wurm fängt, doch beim Early Bird spielen andere Gründe eine Rolle. First in, first out, zum Beispiel. Wer früh drin ist, ist auch früh raus. Aber manchmal ist der frühe Vogel auch einfach der Vizechef oder eine andere wichtige Person. Damit kommen wir zu:

3. Die Begrüssung
Ein freundlicher Chef begrüsst die Teilnehmer einzeln und namentlich. In der darauffolgenden Begrüssungsrunde begrüssen auch die Teilnehmer den Chef sowie die anderen Teilnehmer. Wichtige Teilnehmer noch die Ehefrau des Chefs. Manchmal vergisst einer diesen Schritt und kommt in der Hitze des Gefechts ohne Begrüssung direkt zur Vorstellung. Name. Ort, Station. Antenne. Wie im Militär.

In dieser Phase versuchen noch die letzten Nachzügler ihre Antennen abzustimmen. Wenn der Letzte gemerkt hat, dass er die falsche Antenne dran hat, geht auch dieses Ächzen und Pfeifen zu Ende.    

4, Der entschuldigte Teilnehmer
Wichtige Teilnehmer lassen sich entschuldigen, wenn sie einmal nicht an der Runde teilnehmen können. Ich weiss nicht, ob das eine spezifisch helvetische Eigenschaft ist, oder eine posttraumatische Nachwirkung aus der Schulzeit. Ob sie dazu die Unterschrift der XYL oder des Pfarrers benötigen, entzieht sich meiner Kenntnis. 
Weniger wichtige Teilnehmer können der Runde aber unentschuldigt fernbleiben, ohne Strafaufgaben befürchten zu müssen.. Damit kommen wir zum:

5. Fremdling
Das ist einer, der sich in die Runde verirrt hat. Er hat einfach übers Band gedreht und den Ruf des Chefs gehört. "Oh fein, eine Runde!" Denkt er sich, "da mach ich auch mit." Dabei überhört er vielleicht, dass der Ruf des Chefs nur einer bestimmten Sorte Teilnehmer gilt. Zum Beispiel den Mitgliedern eines bestimmten Vereins oder den Bewohnern eines bestimmten Landes oder Bezirks. Meist ist der Verirrte ein deutscher OM. Platzt dieser in die Runde rein, wird er aber in der Regel als Anomalie aufgenommen und bis zum Ende mitgeschleppt. Ist die Runde eine Schweizerische, bemühen sich die OM, so gut es geht, Hochdeutsch zu sprechen. Schweizerhochdeutsch natürlich, was unsere lieben Nachbarn manchmal irrtümlich als Schweizerdeutsch begreifen: "Tönt nur komisch, kann man aber noch einigermassen verstehen," sagen sie sich.
Ist die Begrüssung vorbei und der letzte Penner Nachzügler eingesammelt, kommt die Runde zum ersten wirklich wichtigen Traktandum Punkt:

6. Das Wetter
Was wäre eine Runde ohne Wetter. Wetter hat jeder, auch wenn er im Keller wohnt, wohin in die XYL mit seinem Gerümpel verbannt hat. 
Auch wenn der Kreis der Teilnehmenden den Radius von 50km nicht überschreitet, jeder liest penibel genau seine Wetterstation ab. Auf zwei Kommastellen. Worauf er sehr stolz ist. Natürlich könnten die Teilnehmer auch einfach auf die Meteokarte im Internet gucken, aber das wäre zu einfach. Und man käme dabei nicht in den Genuss der abweichenden Drücke von einem Kilometer auf den nächsten. 
Wie überall gibt es natürlich solche die bescheißen: sie lesen das Wetter auf ihrem Smartphone ab. Und damit kommen wir zu einem Teilnehmer der herausragenden Art:

7. Der Experte
Der Experte ist in jedem Fall Spezialist. Man hört es bereits seiner Sprache an. Er sagt nicht etwa Bewölkung, Sichtweite, Temperatur, Windgeschwindigkeit oder Druck, sondern benutzt den korrekten Q-Code aus dem Flugfunk. QBB, QBA, QMU, QAN, QNH. Die phänologischen Details sind ihm weniger wichtig. Wen interessiert es schon, wenn's bei ihm vor dem Dachfenster Katzen hagelt.  
Andere Experten, andere Spezialitäten. Der Ausbreitungsexperte hat die ersten Kapitel des Rothammels intus und weiss immer Bescheid, woher der Schwund und die miesen Ausbreitungsbedingungen kommen. Der Modulationsexperte nörgelt an der Modulation seiner Mitfunker rum und diagnostiziert Fehler fern. 
Die zuhörende Teilnehmer geben sich konziliant, denken aber "Klugscheisser." Wie gut, dass niemand sehen kann, wenn einer beim Funken Handzeichen gibt. Im Worst Case (Wurstfall) morst man die Worte mit dem Finger auf dem Stationspult mit. Das nennt sich übrigens Cewismus und ist eine ernstzunehmende Störung.
Damit kommen wir bereits zum nächsten Durchgang, Dem eigentlichen Pièce de Résistance. 

8. Der Rapport
Eine Runde ohne Rapporte ist keine Runde. Dabei ist es völlig egal, dass kein S-Meter richtig tickt. Rapport muss sein. In der Regel verteilen die mit den guten Antennen und die, die gerne auch im 80m Band den Vorverstärker benutzen, hohe Rapporte. Gerne auch in dB über S9. Ungeachtet dessen, dass jeder einen eigenen S9-Wert sein Eigen nennt und die Deebees aus einem japanischen Märchenbuch stammen. 
Die Funker mit den schlechten Antennen geben natürlich niedrige Rapporte.
Vergisst man, einem Teilnehmer einen Rapport zu geben, wird der natürlich nachgefordert - der guten Ordnung halber und für das Logbuch. Und damit kommen wir schon zur Schlussrunde:

9. Der Abschied
Einmal ist Gott sei Dank auch die längste Runde zu Ende. Man verabschiedet und freut sich über die gewonnene Erkenntnis. Der eine oder andere korrigiert noch den einen oder anderen Rapport (wichtig!) oder fragt nach einem Rapport, den er verpasst hat, weil er Tomaten auf den Ohren hat ihm der Kopfhörer verrutscht ist. Experten geben noch ungefragt Ratschläge, doch die meisten haben nichts mehr zu sagen. Die Frequenz wird still, was bleibt ist das Knacken des Weidezauns nebenan und das Brutzeln des versammelten Chinaschrotts in der Nachbarschaft.

So, nun wisst ihr, wie ihr euch verhalten müsst, wenn ihr auf eine Runde trefft, ohne das Risiko einzugehen, zum Irrläufer zu werden. Das sichert den gewohnten Ablauf, ohne die Teilnehmer zu verunsichern und den Chef aus dem Takt zu bringen. Andernfalls seid ihr entschuldigt.    






    

Samstag, 25. Juli 2020

Die letzte Rettung: Magnetische Antenne




Der Funker, jung an Jahren, kann seinen Antennen oft nicht den Balkon ersparen. Doch je grösser die Herausforderung, desto grösser der Spaß und je kleiner die Antenne, desto grösser die Freude über die geglückte Verbindung.

Später mit Haus, Kind und Kegel wird die Antenne grösser. Vielleicht reicht es sogar für Tower und Beam. Doch der Stress ist gross, die Zeit ist knapp. Für Funkbetrieb bleibt nicht viel übrig - nur das Gefühl: man könnte ja, wenn man wollte. 

Kommt die Rente sind die Kinder weg - wenn man Glück hat, ist die Frau noch da. Haus und Garten werden zur Last für die alten Knochen und die Erben warten ungeduldig. 
Es ist Zeit für die Alterswohnung.

Eigentum oder Miete, das Dilemma bleibt: wohin mit der Antenne?
Hat man die Wahl, wählt man die Wohnung zuoberst. Zwischendrin - mitten im Sandwich - ist es weniger lustig. 
Über einem nur der Himmel und Gott, und nicht noch andere Leutz, die weiß der Teufel was anstellen. Zuoberst ist es für UKW sowieso am günstigsten, das hat man schon  für die Funker-Prüfung gelernt. Zudem ist der Weg aufs Dach kurz und bündig. Dort hat es in der Regel genug Platz für Antennen aller Art, sofern die Verwaltung Einsicht zeigt.
Mangelt die Einsicht und wenn alle Bestechungsversuche versagen, kann ein Estrich hilfreich sein. In Deutschland heißt das Dachboden. Estrich ist dort ein Unterboden. 
So ein helvetischer Estrich also, der sich zwischen Gott und dem Funker befindet, ist ein tolles Refugium für Antennen. 

Ganz gut passen dort magnetische Antennen rein. Diese werden von vielen gelobt und nur von wenigen benutzt. Meist werden sie nach kurzem Gebrauch weiterverkauft.
Das liegt nicht so sehr an ihrer Effizienz, sondern an der Abstimmerei. Sie sind so schmalbandig, dass man nicht einfach übers Band drehen kann. Schon wenige Kilohertz daneben werden die Dinger taub. Suchen. Finden. Funken. Geht nicht. Hat man mal eine DX-Station gefunden, ist diese bereits weg, wenn man parat ist. Die ewige Abstimmerei geht einem schon nach kurzer Zeit auf den Geist.
Außerdem sind die Ringe auf den längeren Bändern wie 80m oder 160m zu klein um mit dem Wirkungsgrad eines Dipols mithalten zu können und vertragen oft nur noch wenig Leistung. QRP und Magnetloop vertragen sich da schlecht.
Das ist betrüblich, denn im 10m Band braucht kein Mensch einen Magnetloop, da reicht auch eine abgeänderte CB-Antenne auf dem Balkon. Zum Beispiel die legendäre DV-27

Die Ringantennen sind daher nur für einige spezielle Kategorien von Funkern wirklich geeignet:

- Für die FT-8 Enthusiasten. FT-8 spielt sich nicht nur in einem einzigen bestimmten SSB-Kanal ab, es geht auch mit kleiner Leistung. Auch WSPR-Enthusiasten dürften Loops lieben. 

- Für Telegrafisten. Denn auch CW kommt mit wenig Power aus und findet oft rund um bekannte "Wasserlöcher" statt (QRP-Frequenzen z.B.)

Schlecht geeignet sind Loops für DX-Jäger und Contester. Auch für Klönfunker im 80m Band sind sie nicht das Gelbe vom Ei.
Drum prüfe, wer sich bindet. 

Die Auswahl an Magnetantennen wurde in den letzten Jahren immer grösser und ich denke, dass der Trend zum Loop anhalten wird. 
Neben den altbekannten Magnetantennen von Käferlein, stehen auch die Loop-Antennen aus Tschechien und die Loops von Ciro Mazzoni aus Italien zur Auswahl. Aus den USA sind die Antennen von MFJ bekannt und neuerdings die Loops von Preciserf.
Selbstbau ist für den gewieften Bastler natürlich auch ein möglicher Weg. 

Damit man unbeschwert übers Band drehen und den Funkverkehr beobachten kann, sollte man unbedingt neben der Loop noch eine Empfangsantenne installieren, auf die man ggf. umschalten kann. Aktivantennen wären in der Nähe der Loopantenne unter Umständen gefährdet. Vor allem solche magnetischer Natur. Doch mit einem alten Trick, der altgedienten Schiffsfunkern bekannt sein dürfte, lässt sich das Problem elegant umschiffen. Um Duplexbetrieb mit einem Zweitempfänger zu machen, installierte man eine kurze Stabantenne von 3 bis 4 Meter, die über einen Unun mit einem Untersetzungsverhältnis von 1:16 angepasst wird (siehe auch CQ-DL 7/84, Seite 333).

   

        


Sonntag, 12. Juli 2020

Yaesu FTM-7250DE



Die Zeiten, in denen ich mobil QRV war, sind zwar passé. Aber so ein Mobilgerät für VHF/UHF ist ganz praktisch, wenn man einen Standby-Kanal laufen lassen will. So bleibt die grosse Kiste frei für Aether-Wanderungen. Separate Antennen vorausgesetzt.
Deshalb habe ich mir kürzlich eines dieser praktischen Teile zugelegt: ein Yaesu FTM-7250DE.

Das Kästchen erfüllt meine wichtigsten Ansprüche:

1. Es ist günstig. < CHF 300.- inkl. MWSt.

2. Die Bedienung verstehen auch einfache Gemüter wie ich.

3. Das Teil hat mindestens 50 Watt. Denn ganz besonders im Alpental gilt: auf die Dauer hilft nur Power!

Nicht als Kriterium, sondern als Zugabe kann es C4FM. Eine digitale Betriebsart, die man auch ohne Diplom in Demenzradio (DMR) beherrschen kann. Ich bin zwar kein ausgesprochener Freund digitale Betriebsarten und lege keinen Wert darauf, in Sprechgruppen eingeteilt und übers Internet von Krethi zu Plethi weitergeleitet zu werden, aber digitale Modulationsverfahren haben auch ihre Vorteile. Auch ohne Relaisstationen, im Direktverkehr auf Simplexkanälen. 
Kürzlich ist mir zum Bespiel bei D-Star aufgefallen, dass DV nicht so anfällig gegen Mehrwegausbreitung ist wie die alte Tante FM. Gerade bei den ausgeprägten multiplen Reflexionen im Gebirge ein wichtiger Pluspunkt. Immer wieder muss ich nämlich als passionierter Direktfunker feststellen, dass FM-Signale durch Mehrwegausbreitung bis zur Unkenntlichkeit verzerrt werden. Ein Phänomen, dem man vermutlich im Flachland weniger begegnet.

Doch zurück zum FTM-7250DE.
Die gemessene Sendeleistung betrug bei meinem Gerät genau 50 Watt - auf beiden Bändern. Die Empfindlichkeit war sogar etwas besser als spezifiziert und fast so gut wie die meines IC-9700. Das Gerät ist sehr klein, aber schwer wie ein Ziegelstein. 
Das mitgelieferte Manual ist leider ein schlechter Witz. Glücklicherweise kann man sich das Advanced Manual in Deutsch runter laden. Siehe hier unter Files.
Mit dem mitgelieferten USB-Kabel lässt es sich nicht etwa programmieren, man muss alles von Hand reintöggelen. Das Kabel dient nur für ein eventuelles Update der SW, sollte es denn mal eine geben.
Wie es sich gehört, kann man die Memory-Kanäle beschriften, ist jedoch auf 8 Zeichen beschränkt, wie das erste Bild mit dem Relais "Weissenstein" zeigt.
Der Frontlautsprecher ist ein echtes Plus und erspart einem den Zusatzlautsprecher. Trotzdem besitzt das Gerät eine entsprechende Buchse auf der Rückseite.

Natürlich habe ich das Kästchen aufgeschraubt. Der Deckel ist mit drei Schrauben und einem Schapperatismus befestigt und eine interessante Überraschung. Er sieht aus wie Metall, besteht aber aus Plastik. Die Platine wird daher nicht abgeschirmt. Ich frage mich, wie das Gerät damit die Normen punkto Abstrahlung/Einstrahlung erfüllen kann. Doch nachmessen werde ich das mangels entsprechenden Mitteln nicht.


Wie bei allen japanischen Geräten, denkt bitte beim Schrauben daran, dass ihr einen japanischen JIS-Schraubenzieher/dreher benutzen solltet. Schrauben nach JIS-Norm haben neben dem Kreuzschlitz einen kleinen "Punkt":



Produziert wird der FTM-7250DE übrigens nicht in China, sondern in Japan.

Die Innereien sind State of the Art und machen einen durchdachten, sauberen und robusten Eindruck. Das Teil sieht langlebig aus. Allerdings habe ich die Hauptplatine nicht ausgebaut, sodass ich nichts über die Endstufe sagen kann, die sich darunter befindet. Leider lässt sich auch nirgendwo ein Schema zu dem Gerät auftreiben, von einem Service-Manual gar nicht zu reden.







In den Reviews auf Eham wird es unterschiedlich beurteilt. Doch da muss man beim Lesen einen Filter vorschalten. Einer bemängelt zum Bespiel, dass der Transceiver nicht DRM kann. Na ja. Auf Wunsch wird ihnen noch Zucker in den Arsch geblasen, denkt man sich. 

Interessant ist die Belüftung des Geräts, die unter einer dreieckigen Abdeckplatte verborgen ist. Da haben die Ingenieure etwas Gehirnschmalz investiert. Trotzdem wird das Teil recht warm, wenn man mit 50 Watt parliert. Immerhin ist das winzige Lüfterchen nicht besonders laut. 




Zusammengefasst kann ich sagen: ich bin bisher zufrieden mit dem Ding. Es ist seinen Preis wert und macht das, was ich erwartet habe.

  



Donnerstag, 9. Juli 2020

Danke für die Kohle


Kürzlich bekam ich nette Post von Peter (welchem Peter?), und ich denke, dass meine Antwort darauf von allgemeinem Interesse für die Leser diese Blogs sein könnte. Daher möchte ich dir, lieber Peter, direkt in diesem Blog antworten. Peter schrieb:

Lieber OM Anton

Deine leichte Mischung aus Humor und ernsthafter Technik mag nicht nur ich, sondern andere Hams sicher auch.

Um so bedauerlicher, dass die Zahl der Kommentare tief ist, was für Dich auf die Länge frustrieren sein muss.

Der Umweg über Netvibes, Yahoo oder Atom dürfte für viele zu kompliziert sein. Wieso baust Du nicht eine Kommentarfunktion
ein, wie es auch uninteressante  Websites offerieren...

73 vom Peter   

Darauf, lieber Peter, gibt es verschiedene mögliche Antworten.

Eine davon könnte zum Bespiel lauten: "Ich verstehe nichts von diesen Computer-Dingens wie Netvibes oder Yahoo und Atom. BTW. ist letzteres nicht gefährlich? Zudem: wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es nicht geschrieben habe? Und wieso soll ich etwas bauen, von dem ich nicht weiß, wie es aussieht?"

Eine andere mögliche Antwort wäre auch diese: "Die Klugscheißer und Trolle haben mich in meinen letzten Blogs saumäßig frustriert und ich bin froh, dass diese Blödmänner außen vor sind. Und Nein, ich möchte keinen Moderatoren-Job."

Eine dritte Möglichkeit wäre: "Jeder kann ohne Atom mein Blog kommentieren, wenn er denn die Kommentarfunktion findet. Sogar Anonym."

Im Übrigen möchte ich es nicht unterlassen, hier einmal allen meinen Sponsoren zu danken, die mich so großzügig unterstützen und meine Karriere als Influencer fördern. Unter anderen Elizabeth für ihre trolle Spende:

Beachtung!
1.000.000 € Spende wurde an Sie geleistet.
Spenderin: Sigrid Elizabeth Rausing.
Bitte senden Sie eine E-Mail an: sigridrausing.m@gmail.com, um weitere Informationen zu diesem Wohltätigkeitsangebot zu erhalten.

 Aber auch dem lieben Sheryll aus Florida, der mich Dank Corona unterstützt. Lieber Sheryll, ich bin zutiefst gerührt:

 Hallo
Der Ausbruch des Koronavirus ist nicht nur eine große Gesundheitskrise, sondern auch eine große wirtschaftliche Störung, die dazu führt, dass Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren und es schwieriger wird, sich um ihre Familien zu kümmern. Wir haben gehört, dass ein wenig finanzielle Unterstützung viel bewirken kann.

Ich bin Sheryll Goedert aus Florida, die Gewinnerin eines Jackpots in Höhe von 396,9 Millionen US-Dollar aus der Power-Ball-Lotterie am 29. Januar 2020. Mein Jackpot war ein Geschenk Gottes an mich, daher hat meine ganze Familie zugestimmt, dies zu tun.

Wir spenden € 1.500.000,00 (eine Million fünfhunderttausend
Euro), um 10 Einzelpersonen und kleinen Unternehmen zu helfen.

Kontaktieren Sie mich per E-Mail: sheryllclaiminc@yahoo.com

Für weitere / vollständige Details und bitte nehmen Sie dieses Zeichen als Geschenk von mir und meiner Familie an.

Freundliche Grüße,
Sheryll Goedert
 

Aber nicht nur der liebe Sheryll hat im Lotto gewonnen. Auch Manuel Franco und seine Frau  haben den Jackpot im Powerball abgeräumt. Auch euch beiden gilt mein Dank dafür, dass ich mich an eurem Gewinn beteiligen darf. Gerade habe ich in freudiger Erwartung eine Ladung der neusten Flunkergeräte bestellt. 

Mein Name ist Manuel Franco aus den USA. Ich und meine Frau möchten diese gute Nachricht mit Ihnen teilen. Ich habe im April 2019 den Powerball-Jackpot in Höhe von 768 Millionen US-Dollar gewonnen. Wir haben beschlossen, aufgrund dieses Koronavirus, der Menschen tötet, an 5 zufällige Personen zu spenden Sie können es also verwenden, um Ihren Communitys zu helfen, wenn Sie diese E-Mail erhalten. Dann wurde Ihre E-Mail aus einem Spinball ausgewählt. Ich habe den größten Teil meines Vermögens an eine Reihe von Wohltätigkeitsorganisationen verteilt. Ich habe mich freiwillig entschlossen, Ihnen den Betrag von 2.800.000,00 Euro zu spenden. Als einer meiner glücklichen 5 ausgewählten Personen antworten Sie auf diese E-Mail, um weitere Informationen zu erhalten. Dies ist Ihr Spendencode: [MF4322019] Antworten Sie auf diese E-Mail mit dem Spendencode: manuelfranco234@outlook.com Ich hoffe du machst deine Familie glücklich. Grüße Manuel Franco und Familie

Das sind nur ein paar Beispiele für die tägliche Spendenflut in meiner Email. Es ist kaum zu glauben, aber ich bin in kurzer Zeit steinreich geworden. Hach, wie ist das Leben als Influencer schön! Eine Frage, liebe Leser: ich brauch ein neues Poser-Auto. Was würdet ihr bestellen? Ich hätte gerne einen mit vielen Auspüffen. Bzw. analog zu den Antennen: mit einer Auspuffgruppe.

Nur eine Bitte habe ich an meine lieben Spender: bei euren Spenden immer den Betrag angeben, damit ich entsprechend disponieren kann. Vielleicht könntest du, lieber Oliver Pliez von der Howard Buffet Foundation, dies bei Gelegenheit noch nachholen.

Congratulations, 
Your e-mail address have been chosen by Howard Buffett Foundation for a donation regards to our humanitarian project. Kindly reply at your earliest convenience, so we know your e-mail address is still valid.
Best Regards,
Olivier Pliez
Howard Buffett Foundation
www.howardgbuffettfoundation.org

Es ist wirklich schön, so reich beschenkt zu werden. Aber es gibt natürlich Menschen, die auch von mir eine Spende erwarten. Wie zum Beispiel dieser Berliner:

Verfolgen Sie Ihr Paket: #AS272040094DE

STATUS:
BEARBEITUNG - VERTEILERZENTRUM BERLIN

- Transportkosten VON 2,00 € wurden nicht bezahlt

LIEFERUNG ERFOLGT NACH BEZAHLUNG

LIEFERKOSTEN BEZAHLEN

Ob da mein Rothammerl von der Box73 auf meine Zahlung wartet,
den ich diesen Frühling bestellt und im Voraus bezahlt habe?



Bild: Antennen sind Kunstwerke

Dienstag, 7. Juli 2020

Von Schnapsideen und Mantelsperren



Beim Genuss von Tastenöl (Ham Sprit) entwickeln Funker oft seltsame Ideen. Oft geht es dabei um Antennen. Das liegt daran, dass man bei einer elektronischen Schaltung ziemlich rasch erkennt, wenn diese nicht funktioniert. Bei Antennen ist das nicht so einfach. Denn auch die dümmsten Antennen strahlen noch. Und um Antennen zu messen, bleibt dem Normalfunker meist nur der Vergleich. Da dieser oft hinkt, hilft man sich mit Anekdoten: "Ich habe mit meiner Bierantenne Takatuka-Land gemacht und FiveNine bekommen."

Eine dieser Schnapsideen ist die Mantelwellensperre aus Stahlwolle:
Steckt man ein Koaxialkabel durch ein Stück Stahlwolle, wie sie im Haushalt zur Reinigung eingesetzt wird, soll diese diese angeblich Mantelwellen aufhalten, reduzieren, auflösen, oder was auch immer.
Diese Schnapsidee hat es sogar in das renommierte ARRL-Handbuch geschafft.
W8JI hat diesen angeblichen "Wunderbalun" untersucht und ausgemessen und seine Resultate in einem interessanten Artikel zusammengefasst. Sein Fazit: Ein Hoax!

Vermutlich sind weltweit einige dieser Stahlwollen-Sperren "in Betrieb". Doch die wenigsten Besitzer merken vermutlich, dass ihr Wunderbalun nicht funktioniert. Ein bisschen HF in der Bude kann ja nicht schaden und fördert die Aufmerksamkeit. Hauptsache das SWR stimmt, sagen sich die meisten. 

Auch Ferritkerne als Mantelwellensperren erweisen sich manchmal als Flop. Erst wenn sich der Funker daran die Finger verbrennt, kommt ihm in den Sinn, dass da wohl was verkehrt ist. Bei Kurzwelle versperrt die Mantelwellensperre zuweilen den Weg zum notwendigen Gegengewicht, das bei Wunderantennen meistens aus dem Mantel des Koaxkabels besteht und bei VHF/UHF besitzt das Kernmaterial manchmal die falschen Eigenschaften und ist wirkungslos, wie ich schon feststellen musste

Nein, ich bin kein Mantelsperren-Gegner. Zumindest auf Kurzwelle sind die Dinger sinnvoll. Doch was die höheren Frequenzen anbelangt, haben mich Zweifel beschlichen. 
Nehmen wir zum Beispiel mal eine Yagi-Antenne für das 23cm Band, also für 1.3 GHz. Bei dieser Frequenz hat bereits ein kurzes Leitungsstück einen beachtlichen Blindwiderstand. Ein gestreckter Leiter, wie es zum Beispiel ein Stück Koaxialkabel mit der Aussenfläche seiner Abschirmung darstellt, hat mit nur 10cm Länge bereits eine Induktivität von 73nH (bei einem 5mm Koax). 
Bei 1.3 GHz ist XL also ca. 600 Ohm. Bei einigen 10cm Koax an der Antenne, müssen wir uns also im 23cm Band keine Sorgen mehr machen. Dass die Mantelwellen gar in den Shack gelangen, ist so unwahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto. 
Aber auch im 70cm Band dürften Mantelwellen kein großes Problem sein, wie sogar der Antennenpapst Martin DK7ZB zugeben muss (siehe FA 2/10, Seite 167). 
Denn schon 30cm 10mm-Koax haben bei 430 MHz ein XL von ca, 650 Ohm.

Film: Kamov KA32 der Heliswiss in Epagny FR