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Samstag, 21. Dezember 2019

Make fürschi



Der amerikanische Amateurfunkverband, die ARRL, hat in den letzten Jahren bei Amateurfunk-Veranstaltungen Handfunkgeräte durchgemessen. Die meisten waren punkte Nebenaussendungen in der Norm und nicht zu beanstanden.
Nur Baofeng fiel negativ auf: Zu viele Oberwellen!

Im Jahr 2016 waren nur 9% in Ordnung, 33% waren grenzwertig und der Rest fiel durch.

Im darauf folgenden Jahr waren nur noch 5% innerhalb der Norm, 26% grenzwertig und der Rest jenseits von Gut und Böse.

Dieses Jahr wurde wieder gemessen und eine Verbesserung war nicht festzustellen: 9% waren in der Norm, 13% grenzwertig und ganze 78% dürften eigentlich nicht eingesetzt werden.

Zu erwähnen ist noch, dass auch Wouxun 2016, und im geringeren Masse 2017, einige schwarze Schafe im Feld hatte. 2019 waren jedoch alle Wouxun in Ordnung.
Nachzulesen in der Januar-Ausgabe des QST.

Wieso kriegt es diese Firma nicht gebacken?




Freitag, 1. November 2019

Ein Handy für alle Fälle



Heutzutage hat jeder ein Handy. Funkamateure aber haben zwei: eins zum Telefonieren und eins für....was eigentlich?
Ach ja, zum Funken. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass mal das Telefon-Handy kaputt ist oder Whatsapp nicht geht. Ein solches Handy nennt man Handfunkgerät.

Auch ich habe so ein Teil, obwohl ich es eigentlich nicht brauche.
Bisher war es ein Baofeng UV-3S, das ich noch vor dem Bannspruch des BAKOM, unserer Regulierungsbehörde, im Land des Lächelns erstanden hatte. Natürlich hatte ich deswegen immer ein schlechtes Gewissen und träumte manchmal davon, dass die Sondereinsatztruppe "Schwarzes Edelweiss" des BAKOM meinen Shack stürmte und mich mit Koaxkabel gefesselt abführte.
Obwohl ich das Sendefilter so modifiziert hatte, dass es mit etwas gutem Willen, etwa den Normen entsprochen hatte, lag es bei mir eigentlich immer nur rum.

An der Surplusparty in Zofingen fand ich dieses Jahr endlich die Gelegenheit, mein Gewissen zu reinigen und ein neues Handy, pardon Handfunkgerät, zu erstehen. Für nicht ganz zweihundert Stutz.
Genug Geld für etwas, das meistens nur rumliegt.

Um den Wechsel sauber zu vollziehen, musste ich nur noch mein Baofeng ordnungsgemäß ausser Betrieb setzen und entsorgen. Verschenken oder verkaufen hätten mich in arge Schwierigkeiten bringen können. Auch ein einfacher Wurf in den Elektrogeräte-Container unserer lokalen Entsorgung hätte verhängnisvoll sein können, wie mir ein ehemaliger BAKOM-Mitarbeiter versicherte. Böse Buben hätten es rausfischen und benutzen können.
Also habe ich es vor dem Wurf ins Elektrograb nach bestem Wissen, Gewissen und Können in einen Zustand gebracht, der eine Wiederherstellung seiner Funktionen auch bei großem Optimismus unmöglich macht. Auf dem folgenden Foto ist das Resultat zu sehen:



Bei diesem Vorgang ist dem Teil noch etwas Dampf entwichen, als würde seine Seele entfliehen und zurück zum Hersteller reisen. Ich hatte es versäumt, die Batterie vorher zu entfernen.

Zurück von Zofingen habe ich mein neues Handy in Betrieb genommen und ausprobiert. Es kann alles, was ich kaum jemals brauchen werde. Neben FM auch C4FM.
Das ist eine digitale Modulation, die sich auch innerhalb der Anstalt einsetzen lässt und nicht so kompliziert ist wie DMR (Demenzradio).
Leider ist die Relais-Szene total schizophren. Neben C4FM und DMR gibt es noch D-Star, und keines dieser Systeme ist mit den anderen kompatibel. Glücklicherweise gibt es noch die ganz normalen FM-Relais. Auch sie liegen - wie all die "Digitalen" - Tage lang brach. Welche Verschwendung! Nimmt mich nur wunder, wer den Strom dafür bezahlt.







Samstag, 16. März 2019

Baofeng im Visier



Auch in der Anstalt herrscht Frühlingsstimmung. Armin ist satellitensturm und redet nur noch vom Es'hail, bzw Oscar 100. Er hat im Keller, dort wo Putin die gebrauchten Teebeutel zum Trocknen aufhängt, eine alte Satellitenschüssel gefunden. Zusammen mit Charlie will er sie jetzt auf dem Dach der Anstalt montieren.
Apropos Charlie: Kürzlich hatte ich doch einen Blog mit dem Titel: "Die Baken der Ampelfrau" geschrieben. Das hat dem Blog eine unerwartete Welle von Besuchen eingetragen. Hat doch ein Pornoblog  auf meinen Beitrag verwiesen. Der Trottel konnte offenbar nicht zwischen Backen und Baken unterscheiden. Na sei's drum.

Auch bei uns zuhause ist inzwischen einiges passiert. Bienchen ist wieder aufgetaucht und Sämu der Trucker hat das BAKOM am Hals. Er hat offenbar die letzte Jahre geschlafen und nicht mitbekommen, dass der Zoll alle verdächtigen Funkgeräte ans BAKOM meldet. So hat er frischfröhlich bei Alibaba oder irgendeiner anderen Bude aus tausend und einer Nacht eine Handfunke bestellt. Natürlich von Baofeng. Einer Firma, die sich um jedwelche Zertifizierung futiert und das Zeichen CE als China Export interpretiert.

Bei Baofeng läuten im BAKOM sowieo alle Alarmglocken, was jedem einleuchtet, der die Liste verbotener Geräte studiert. Wenn man dann noch die aktuellen Vorschriften durchliest, so sollte der Fall eigentlich klar sein. Dort steht nämlich, dass die Anlagen einer Konformitätsbewertung unterzogen werden müssen. Keine einfache Sache und kostspielig.
Aber Sämu glaubte wohl, dass er als "diplomierter" HB3er selber eine Konformitätsbewertung vornehmen könne.

Natürlich gibt es Ausnahmen, zum Beispiel für Bausätze. Obwohl viele Bausätze die Normen bezüglich Nebenwellen nicht einhalten würden, versicherte mir Bienchen.
Sie machte mich übrigens noch auf eine andere Bestimmung aufmerksam, die oft an Flohmärkten unterlaufen wird: Alte Geräte vor 2001 ohne Konformitätsbewertung dürfen zwar noch betrieben aber nicht mehr angeboten und veräußert werden. Im Prinzip könnte also das BAKOM mit einer Sondereinheit in Zofingen aufschlagen und die meisten Verkäufer zu Bussen verdonnern.
Gott sei Dank haben die aber noch andere Probleme, als einen alten Collins, der den Besitzer wechselt. Darum wird wohl auch Ricardo in Ruhe gelassen, wo solche Deals gang und gäbe sind.